Eröffnungsfeier

Offene Türen für das neue EVENTUM Wittlich

Neue Großsporthalle mit Tag der offenen Tür und Feierstunde eröffnet

Mit einem Tag der offenen Tür und einem offiziellen Festprogramm wurde am vergangenen Freitag das EVENTUM Wittlich feierlich eröffnet. Damit begannen die Eröffnungswochen, die am 23. Februar ein Klassikkonzert, am Wochenende 8. bis 10. März ein Sportwochenende und ein Rockkonzert am 23. März bieten. Zudem erhält Hans-Dietrich-Genscher am 15. Februar im EVENTUM Wittlich den Georg-Meistermann-Preis 2013 der Stiftung Stadt Wittlich verliehen.

Zwischen Spatenstich in der ehemaligen Sprunggrube des Sportplatzes für die multifunktionale Halle im innenstadtnahen Dreieck Stadthaus, Cusanus-Gymnasium und Kurfürst-Balduin-Realschule und der Fertigstellung der neuen Großsporthalle mit Mehrzwecknutzung lagen nur knapp 24 Monate. Rund 1200 Bürger nutzten am letzten Freitag ab 14 Uhr die Möglichkeit, sich von dem auf EVENTUM Wittlich benannten Hallenkomplex einen persönlichen Eindruck zu verschaffen und die Feierstunde mit kirchlicher Einsegnung am späten Nachmittag zu verfolgen.

Bürgermeister Joachim Rodenkirch konnte nach einem dynamisch-musikalischen Auftakt mit der „Unity Fanfare“ durch das Blasorchester Wittlich 1921 viele geladene Gäste und interessierte Bürger als „beachtliche Kulisse“ auf den neuen ausziehbaren Tribünen des EVENTUM Wittlich herzlich willkommen heißen. Neben Mit-Hausherr Landrat Gregor Eibes konnte er unter den vielen Ehrengästen aus drei Parlamenten auch den Bürgerbeauftragten des Landes Dieter Burgard und Heike Raab, Staatssekretärin im  Ministerium des Inneren für Sport und Infrastruktur begrüßen. Der Landeszuschuss von 2,78 Mio. Euro in die Halle sei „gut investiertes Geld“ hob Rodenkirch in ihrem Beisein hervor.
Ausdrücklich betonte er, dass die Halle keine „One-Man-Show“ der Stadt Wittlich allein sei. Vielmehr dokumentiere das Projekt auch das gute Miteinander von Stadt und Landkreis. Der Landkreis als „Juniorpartner“ des EVENTUM habe sich mit 1,45 Mio. Euro daran beteiligt. Der Bürgermeister dankte allen, die mittelbar und unmittelbar am Zustandekommen des Gemeinschaftswerkes beteiligt waren und dies durch die entsprechenden Beratungen und Beschlüsse in den Stadt- und Kreisgremien begleitet hatten. Als maßgeblich am Gelingen herausgestellt wurden unter anderem Architekt Joachim Rind (Architektengruppe Naujack/ Rumpenhorst aus Koblenz) oder auf städtische Seite der mit der Bauleitung betraute Markus Müller (Gebäude- und Liegenschaftsmanagement der Stadt Wittlich). Die Verlegung der Halle an den heutigen Standort sei der richtige Weg gewesen. Es sei ein filigraner Bau entstanden, der sich wunderbar einfüge und eine städtebauliche Bereicherung darstelle.

Das EVENTUM sei für Wittlich ein Großprojekt der vergangenen Jahrzehnte gewesen, so Bürgermeister Joachim Rodenkirch weiter. Auf zeitliche Verzögerungen und Kostensteigerungen anspielend wie Elbphilharmonie in Hamburg, Stuttgart 21  oder den neuen Großflughafen in Berlin habe man in Wittlich den Bau in knapp 24 Monaten vollendet. Von aktuellen 8,6 Mio. Gesamtkosten habe die Stadt 4,37 Mio. Euro zu leisten. Die Kostensteigerungen lägen bei 8,2 Prozent, die man aber nur bedingt zu vertreten habe oder die durch bauliche Verbesserungen entstanden seien. Diese herausgerechnet, lägen die Kostensteigerungen bei nur 2,5 Prozent. „Das Werk ist gelungen“ –„Die Halle ist ein Alleinstellungsmerkmal für Wittlich“.

In Anspielung auf die über dem Rednerpult aufgezogenen Fahnen des Landes Rheinland-Pfalz, der Stadt Wittlich und des Landkreises Bernkastel-Wittlich scherzte Landrat Gregor Eibes in seinem Willkommensgruß, die kleinere Fahne des Landkreises zeuge von der Bescheidenheit des Kreises und orientiere sich an der Größe des Zuschusses. Er ließ aber nicht unerwähnt, dass er sich mit der Halle „ins gemachte Nest setze“, das von seiner Vorgängerin Beate Läsch-Weber auf den Weg gebracht worden sei. Bei allem Respekt vor dem Atrium, das bisher als Kulturhalle in der Kreisstadt Wittlich dienen musste sei das neue EVENTUM schon etwas anderes. Eibes gab sich tief beeindruckt von der Halle. Standort, Architektur und Qualität – alles passe. Er war sich sicher, dass dadurch der Schul- und Vereinssport und die Kulturlandschaft einen entsprechenden Auftrieb erfahren werde.

Nicht unerwähnt ließ der Landrat, dass die Halle ein deutliches Zeichen sei, wie gut Kreisstadt und der Landkreis zusammen arbeiten und eng mit einander verbunden sind. Man könne zu dem Bauwerk gratulieren. Es liege zentral, sei durch kurze Fußwege zu erreichen und füge sich ein, als ob sie schon immer hier gestanden habe. Vielleicht könne man mit der Stadt noch das eine oder andere Projekt stemmen.

Glückwünsche überbrachte für das Innenministerium deren Staatssekretärin Heike Raab. Es sei ein Event für die Säubrennerstadt, das EVENTUM einweihen zu können. Sie lobte unter anderem das mitten in der Stadt und zwischen den beiden Schulen liegende Entree. In Zeiten der Schuldenbremse, wo jeder Cent nicht dreimal, sondern 25 Mal umgedreht werde, könne man sich über ein wichtiges gelungenes städtebauliches und infrastrukturelles Projekt freuen, bei dem viele Synergieeffekte zusammen kämen. Bei stimmiger Halle, stimmiger Akustik und stimmigem Klima mache sicherlich auch die Sportstunde Spaß. Raab wünschte der Halle viele tolle Veranstaltungen und dass sie lange in einem so guten Zustand bleiben möge.

Für die Koblenzer Architektengruppe Naujack/ Rumpenhorst zeichnete Architekt Joachim Rind das planerische Entstehen der Halle in einem Zeitraum von 4,5 Jahren nach. Umplanungen gab es unter anderem, weil die Halle vom ursprünglichen Standort verschoben werden musste, da Anlieger Lärmbelästigungen durch den Hallenbetrieb befürchtet hatten. Gewonnen hat die Großsporthalle auch dadurch, dass man sie von den bestehenden Schulbauten abrückte und als Solitärbau realisierte. In die bestehende Bebauung integriert sie sich auch deshalb sehr gut, weil ein Teil des Baukörpers im Boden versenkt wurde.

In seiner Ursprünglichkeit lässt man bei der Konzeption der Halle die verwendeten Materialien Holz, Stahl und Glas wirken. Schallabsorbierende Rollos können auch an den Seitenwänden und den Lichtkuppeln genutzt werden, um je nach Sonnenstand den Sport- und Veranstaltungsbetrieb zu optimieren und für Veranstaltungen auch eine Abdunkelung zu ermöglichen.

Im Rahmen der Kirchlichen Einsegnung übersetzte Pfarrerin Susanne Triebler den Namen EVENTUM frei mit als „Haus der Veranstaltungen und Begegnungen“. Gemeinsam mit Pfarrer Thomas Barton bat sie für das Gebäude und seine Besucher um Gottes Segen.

Mit den musikalischen Beiträgen „Air for Winds“ und „Under the flag of glory“ bekamen die gut 600 Besucher der Eröffnungsfeier auf den Tribünen einen Eindruck von der guten Akustik des neuen EVENTUM Wittlich, von Beinfreiheit, Sitzgefühl und der Optik bei Veranstaltungen.

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